Die Redaktion von tagesschau.de unterbreitete mir soeben (recht unpersönlich via NewsFeed – kein seltenes Angebot zur Mästung) eine vergleichsweise erfreuliche Nachricht:
Junta lässt Asean-Bündnis Hilfe koordinieren
Birmas Militärführung ist nun offenbar bereit, mehr Helfer aus asiatischen Ländern ins Land zu lassen, als bislang geschehen. Die Junta habe grünes Licht für Helfer und Ärzte aus den Mitgliedsländern der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean gegeben, sagte Singapurs Außenminister George Yeo nach einem Asean-Krisentreffen in Singapur. Wie Yeo weiter mitteilte, stimmte der birmanische Außenminister Nyan Win zu, dass die Asean-Länder die Hilfe koordieren sollen.
Für die Opfer der Wirbelsturmkatastrophe wurde außerdem für Sonntag eine internationale Geberkonferenz nach Rangun einberufen. Dies teilten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die Asean mit. Die birmanische Militärjunta hat das Land seit dem verheerenden Zyklon, der am 2. und 3. Mai über den Südwesten des Landes zog, nur zögerlich für Hilfe von außen zugänglich gemacht. Die Einwilligung in eine Geberkonferenz zur Finanzierung und Koordinierung der Hilfen gilt als Zugeständnis der Machthaber.
Die Militärjunta ordnete zudem eine Staatstrauer für die Opfer des Wirbelsturms „Nargis“ an. Von Dienstag an sollen die Flaggen drei Tage auf halbmast wehen.
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Appell an UN-Sicherheitsrat
Der französische Außenminister Bernard Kouchner sprach sich dafür aus, auch gegen den Willen der birmanischen Regierung der Not leidenden Bevölkerung zu helfen. Die Junta mache sich der „unterlassenen Hilfeleistung“ für Menschen in Gefahr schuldig, weil sie ausländischen Helfern keinen ausreichenden Zugang zu den vom Wirbelsturm verwüsteten Gebieten gewähre, schrieb er in einem Namensartikel für die Zeitung „Le Monde“. „Der UN-Sicherheitsrat kann ein Einschreiten beschließen, damit die Hilfe durchkommt.“ Kouchner verwies auf Beispiele wie in Bosnien, Ruanda oder Dubrovnik, in denen die Vereinten Nationen Hilfskorridore eingerichtet habe.
Der gesamte Artikel in seinem gesamten Umfeld, man könnte sagen, das Original befindet sich hier [klicken].



20. Mai 2008 um 06:04
Die meisten bereit stehenden Hilfsorganisationen und Hilfsmaterialien werden aber weiterhin nicht in die Katastrophenregion dürfen – ergo wird die Versorgung der Opfer weiterhin nicht ausreichend sichergestellt werden können, wenn die internationale Hilfe aus aller Welt weiterhin behindert wird. Auch die Geberkonferenz kommt zu spät, denn die Probleme haben doch schon längst begonnen, z.B. durch den Ausbruch der Krankheiten.
Hilfskorridore sind eine nette Idee, aber wären gegen den Willen der Junta meines Erachtens nur mit militärischer Gewalt durchsetzbar, was auf einen Krieg hinauslaufen würde, was nicht besonders sinnvoll klingt.
Es bleibt also schwierig – und gleichzeitig sterben Menschen …